Team Profiling und Diversität
als Chance

Teams, die vor Umbruchs- oder Veränderungssituationen stehen oder die neue Teammitglieder integrieren sollen, haben besondere Herausforderungen zu meistern. Während Profiling häufig ein guter Einstieg ist, zeigen erst intensive Interaktionen – sei es bei der Arbeit oder in einem entsprechenden Workshop – wer wie tickt und vor allem wie das Team aus der Diversität seiner Mitglieder am meisten Kapital schlagen kann.

Wir unterstützen Sie gerne mit unserer Expertise in Ihrer individuellen Teamentwicklung. Kontaktieren Sie uns für ein maßgeschneidertes Angebot.

Ein Fallbeispiel aus unserer Praxis

Die Anfrage:

„Die stehen vor großen Veränderungen und Challenges,“ so die Kundin bei unserem ersten Kontakt. Es ging um eine vierköpfiges Führungskräfte-Team, von dem zwei Personen bereits länger zusammenarbeiten und zwei neu dazukamen. Jede*r führte nun jeweils ein Team und hatte neue Aufgaben und Arbeitsbereiche bekommen. Der Workload war hoch und der Druck von Beginn an da. Aufgrund der besonderen Situation sollte Vertrauen aufgebaut und eine intensive Arbeitsatmosphäre basierend auf einem guten gegenseitigen Verständnis für persönliche und fachliche Stärken und Schwächen hergestellt werden. Wir bekamen zwei Tage zur Verfügung.

Der Plan:

Uns war schnell klar, dass ein besonderes Hotel im Harz genau den „Spielplatz“ bereitstellte, um einen kombinierten Outdoor-Indoor Workshop durchzuführen.

Am ersten Tag wollten wir die Arbeitssituation der Führungskräfte spielerisch simulieren und entwickelten ein Planspiel. Das Team sollte ein gemeinsames Ergebnis erreichen und würde dafür viele Entscheidungen zu fällen haben. Jede Führungskraft sollte dabei die Verantwortung für mindestens eine Interaktionsaufgabe übernehmen. Dieser Plan ermöglichte, sie direkt ins Machen zu bringen und vor allem über jede Sequenz intensiv Feedback zu geben und zu trainieren. Wir würden den Umgang mit vermeintlichen Fehlentscheidungen oder Misserfolgen erleben und würden daraus sehr gut Themen für den Folgetag im Workshop generieren können. Am Abend sollte neben der Auswertung des Tages ein intensives Feedback erfolgen.

Im Vorfeld des Workshops würden wir die Teilnehmer*innen wissenschaftlich fundierte Persönlichkeits- und Teamrollen-Tests durchführen lassen. Deren Ergebnisse und die Erlebnisse des ersten Tages stellten das Gerüst des zweiten Tages dar. Wir wollten mit Einzelgesprächen zum Profiling starten. Intensiven Austausch und Vertiefungen zu gegenseitigen Erwartungen, Teamrollen, individuellen Kompetenzen und der geplanten Zusammenarbeit würden wir in mehreren Gesprächsrunden entwickeln.

Diversität, Profiling, Team

Die Umsetzung:

Die Persönlichkeitstestungen erfolgten im Vorfeld, deren Auswertung erst im Workshop.

Am Anreisetag kam eine Gruppe sehr unterschiedlicher Führungskräfte im Hotel an. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde bekamen sie den Planspiel-Auftrag inklusive Übungen, Anforderungen, sowie Kosten und Gewinnmöglichkeiten vorgestellt. Schnell wurden die Komplexität und die Ungewissheit über Details im Verlauf des Auftrags deutlich. Fortbildungen für spezifisches Fachwissen und der Einkauf von Material für die Outdoor-Aufgaben sowie die Gruppen-Präsentation des geplanten Vorgehens und dessen Kostenkalkulation mussten koordiniert und durchgeführt werden.

Mit großen Rucksäcken und viel Material ausgerüstet ging es nach dem stärkenden Mittagessen mit einer Karte in den nahegelegenen Wald, um die Aktionsorte zu finden. Die Aufgaben waren u.a. eine Seilrutsche und ein blinder Zeltaufbau. Schon in der ersten Übung entstand eine spannende Dynamik der Teamführung durch Wechsel in den Teamrollen. In der anschließenden Analyse und im direkten Feedback wurde dies aufgearbeitet und für die weitere Zusammenarbeit ausgewertet. Die Teilnehmer*innen erkannten den Mehrwert von Fehlern und Scheitern. Sie gingen mit einer positiven Emotionalität in die nächste Aufgabe, obwohl sie bereits viel Zeit verloren hatten. Die Konsequenz war, dass sich die Gruppe entschied, eine Aufgabe entfallen zu lassen. Die Folge: Gewinnrückgang und eine Führungskraft musste auf die Anleitung seiner Aufgabe verzichten.

Die folgenden Aufgaben erbrachten verschiedenste Erkenntnisse und Erfahrungen für jede*n Einzelne*n und die Gruppe vor allem in Punkto individueller Unterschiedlichkeiten. Am Ende saß die ganze Gruppe in einem Zelt, froh es endlich geschafft zu haben. Aber es war auch ein leichtes Grummeln vernehmbar, da in der letzten Aufgabe ordentlich Reibung untereinander zu spüren war. Wir reflektierten diese aktuelle Stimmung in der Gruppe sogleich und gaben den Teilnehmer*innen in einer lösungsorientierten Anmoderation die Gesprächsaufgabe mit auf den Heimweg, wie sie mit solchen Reibungen im Arbeitsalltag umgehen wollten.

Das abendliche Feedback war sehr wertschätzend, manchmal aber wenig direkt und brauchte an einigen Stellen Nachfragen und Klärungshilfen vom nevo-Coach. Dass dieser Tag trotz regnerischen Wetters, Reibungen und neben Erfolgen auch Misserfolge zu bieten hatte, wurde insgesamt als sehr wertvolle Erfahrung beschrieben.

Am nächsten Morgen gaben wir der Gruppe die Möglichkeit, die ausgefallene Übung vom Vortag nachzuholen und die entwickelten Ideen zu Kommunikation und Kooperation direkt umzusetzen. Dies ergab weitere Erkenntnisse für die spätere Analyse. Zuvor gingen wir aber in die Einzelgespräche zu den Testergebnissen. Deren Kombination mit den Beobachtungen des Verhaltens der Teilnehmer*innen in den bisherigen Übungen erbrachten diverse Einsichten zu individuellen Stärken und zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten mit.

Nach dem Mittagessen beschäftigten wir uns mit Teamrollen und stellten ein Vakuum bei kreativen Lösungsprozessen in der Gruppe fest. Wenig ausgeprägt waren ebenso die klassischen Entscheider-Rollen. Dafür erarbeiteten wir Ideen wie dies methodisch aufgefangen werden und die Gruppe eine Flexibilität in Umsetzungen erlangen kann. In der weiteren Analyse und Reflexion entstanden durch eine hohe Transparenz Maßnahmen und eine knackige Todo-Liste mit Verantwortlichkeiten und Fristen.

Das Fazit:

In diesem Workshop ist in dem Führungskräfte-Team viel in Bewegung gekommen. Die individuelle Diversität wurde als Chance für Lösungsprozesse wahrgenommen und zwischen den vorher teils unbekannten Teilnehmer*innen war Vertrauen in die jeweiligen Fähigkeiten der anderen entstanden. Sie waren ein Team geworden und nun vorbereitet auf die Challenges, die in der kommenden Zeit auf sie warteten.

Wir sind mit dem Team weiterhin in Kontakt und haben mit ihnen weitere Workshops gemacht. Persönliche Differenzen werden unter ihnen hier und da immer aufpoppen, aber das Verständnis, dass ihre Diversität eine Stärke ist, haben sie tief verinnerlicht.

mit nevo Profile schärfen